“Piloten der Landstraße” fit für einen sicheren Arbeitsalltag machen

Die umgangssprachliche Bezeichnung „Könige der Landstraße“ für LKW-Fahrer muss heute durch das viel zeitgemäßere Bild “Piloten der Landstraße“ ersetzt werden. Denn sie erfüllen einen verantwortungsvollen Job, sitzen tagtäglich viele Stunden hinter dem Steuer - in Fahrerkabinen, die mittlerweile dem Cockpit eines Flugzeugs gleichen. Ein LKW ist mittlerweile mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen ausgestattet, welche die Arbeit auf der Landstraße erleichtern und sicherer machen sollen, nicht nur für den Fahrer, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Young man holding black steering wheel with muscly arms drawn next to him-1

Leider sind die Helden hinter dem Steuer für viele Menschen „nur ein Fahrer“, der die Ladung von A nach B bringt, also den Lastzug vom Belader bis zum Entlader steuert. So auch die Einstellung des Chefs in manchen Betrieben. Oftmals bekommen LKW-Fahrer am ersten Arbeitstag den Schlüssel in die Hand gedrückt und müssen gleich losfahren. Fahrerunterweisung? Fehlanzeige! Eine Besprechung des Fahrerhandbuchs oder der Bedienungsanleitung der Assistenzsysteme ist oft nicht eingeplant.

Betroffene Fahrer beklagen immer wieder, dass die Wertschätzung für ihren Beruf komplett fehlt. Das Berufsbild des LKW-Fahrers gehört zu einem der unattraktivsten überhaupt. Chronischer Fahrermangel in der Logistik- und Speditionsbranche sind seit Längerem die Folge.

Dabei müssen LKW-Fahrer heikle und komplexe Aufgaben erledigen und ständig auf die Sicherheit achten, ähnlich einem Flugzeugpiloten. Darüber hinaus sind noch unzählige andere Dinge wie ökonomisches Fahren, das Einhalten von Ruhezeiten, die Auftragserfassung per Tablet, Ladungssicherung, Rangieren, etc. zu beachten. Und nicht zuletzt tragen sie die Verantwortung für ein Fahrzeug, das nicht gerade ein Schnäppchen ist, sondern schnell über 100.000 Euro kostet.

 

Von der Fahrerkabine auf die Schulbank

67391Die Fahrerkabine eines LKWs besteht mittlerweile aus weit mehr als nur einem Lenkrad, Tacho und Pedalen, sie ist mit allerlei elektronischen Assistenzsystemen ausgestattet. Diese Systeme sammeln Daten über Tempo, Bremseinsätze, Motordrehzahl, Kraftstoffverbrauch sowie Lenk- und Ruhezeiten, die dann ausgewertet werden können. Mit all diesen technischen Details muss der Fahrer erst einmal vertraut gemacht werden, bevor er seine Arbeit beginnen kann. Zudem ist es unerlässlich, dem Fahrpersonal richtiges Verhalten in Bezug auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu vermitteln: Ladungssicherung, Wartung des Lastwagens, wirtschaftliches Fahren, Rangieren, Spiegel einstellen, etc. gehören zum Trucker-Einmaleins und sollten regelmäßig geschult werden.

Überdies setzen mittlerweile auch viele Betriebe firmeneigene Digitaltechnik ein, mit der die Auftragserfassung per Tablet erfolgt. So kann das Auftragsmanagement fast ohne Papierkram abgewickelt, die Frachtübernahme erfasst, und sowohl Transportschäden als auch Anlieferungsbedingungen dokumentiert werden. Die Möglichkeiten digitaler Technik für Fahrer gehen weit über das bloße Navigieren hinaus, denn über die Auswertung der gesammelten Daten können auch Leerfahrten minimiert und ein verbrauchsarmer Fahrstil der Fahrer verbessert werden.

Um durch die digitalen Funktionen eine maximale Erleichterung für seine Fahrer nutzbar zu machen, muss man diese in die technischen Gerätschaften einweisen. Optimal ist hier eine Schulungsvariante, die auch von unterwegs einen Zugriff auf die Lerninhalte erlaubt, so dass die Materialien immer und überall verfügbar sind. Zudem wertet eine virtuelle Trainerpräsenz, im Rahmen derer Schulungsteilnehmer auch unterwegs praktische Tipps im Video- oder Textformat erhalten können, die Schulung auf.

 

Schadensbilanz durch fundierte Ausbildung senken

Neben den Einweisungen in verwendete LKW-Technik und Sicherheitsaspekte sind Fahrtrainings ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Schulungen. Unter anderem üben die Fahrer dabei das Manövrieren auf engen Straßen und Passagen. Wichtig ist, dass der neue Fahrer während der gesamten Ausbildung einen Ansprechpartner hat, der ihm für Fragen zur Verfügung  steht.

12388Es ist für den Schulungsteilnehmer auch durchaus von Vorteil, in der ersten Arbeitswoche von einem Fahrertrainer begleitet zu werden. So ein Coaching trägt dazu bei, dass die neuen Fahrer deutlich sicherer fahren und Schäden vermindert werden können. Auch die kleinsten Unfälle oder Kratzer werden zusammen mit dem Trainer gründlich geprüft und analysiert, um herauszufinden, wie sich solche in Zukunft vermeiden lassen. Auch die korrekte Sicherung der Ladung ist in der Praxis enorm wichtig, wird aber oft vernachlässigt. Deshalb sollte diese zusammen mit dem Trainer genau überprüft und besprochen werden, denn hier lauern Unfallgefahren, die gerne unterschätzt werden: Ungesicherte Objekte können sich auch bei einem Bremsmanöver bei geringer Geschwindigkeit zu gefährlichen Geschossen verwandeln. Stichproben, wie zum Beispiel unangekündigte Besuche der Fahrer auf Rastplätzen, sind eine gute Möglichkeit zu überprüfen, ob der LKW richtig geparkt wurde. Die Knappheit an geeigneten Parkplätzen verleitet immer wieder dazu, hier gewisse Abstriche zu machen. Der Fahrer kann so von „learning by doing“ profitieren, indem er von seinem Trainer vor Ort korrigiert und auf die mit seinem Fehler verbundenen Risiken hingewiesen wird.

 

Positive Fehlerkultur im Betrieb

Es hat sich gezeigt, dass nebst dem theoretischen und praktischen Fahrtraining auch eine offene Kultur in Bezug auf Fehler mehrere Vorteile schaffen kann. Dabei werden alle Schäden nicht nur mit dem Verursacher ausgewertet, sondern auch mit den anderen Kollegen des Teams. Der LKW-Fahrer legt zunächst die Situation aus eigener Sicht dar. Danach suchen die Fahrer gemeinsam nach Lösungsansätzen, um künftig derartige Unfälle zu vermeiden, und kommunizieren diese auch den übrigen Kollegen. Es geht dabei keinesfalls um Zuweisung von Schuld, sondern darum, von der Erfahrung der Kollegen zu profitieren und die Fahrer zu sensibilisieren, damit ihnen nicht der gleiche Fehler passiert. Diese unvoreingenommene Fehlerauswertung wirkt sich positiv auf das Arbeitsklima aus und gibt den Fahrern die Möglichkeit, aus den Fehlern anderer lernen zu können, stetig seinen eigenen Fahrstil zu hinterfragen und sich so zu verbessern.

Bei langjährigen Fahrern ist es manchmal eine große Herausforderung, diese für eine offene Fehlerkultur zu begeistern und die Schadensquote nachhaltig zu senken. Sie halten gern an ihrer Routine fest, die sich im Transportalltag einschleicht, aber auch den Fahrer oft unnötige Risiken eingehen lässt. Deshalb ist es umso wichtiger, die Fahrer mit Know-how und Wissen zu unterstützen. Konsequente und regelmäßige Schulungen helfen, die aus dieser Routine resultierende Risikobereitschaft zu minimieren.

Aus bisherigen Evaluationen ist deutlich ersichtlich, dass Maßnahmen wie die oben beschriebenen greifen und sich die Straßentransporte dadurch qualitativ erheblich verbessern lassen.

 

Fazit

Für Sie als Unternehmer in der Logistik- und Speditionsbranche ist es nicht nur unumgänglich, sondern auch sehr vorteilhaft, wenn Sie Ihre “Piloten der Landstraße” entsprechend in allen relevanten Bereichen schulen und auch das Trucker-Einmaleins von erfahrenen Fahrern regelmäßig auffrischen. Gute Schulungen für Ihre LKW-Fahrer senken nicht nur das Unfallrisiko, sondern fördern die Motivation Ihrer Mitarbeiter, so dass diese Ihrem Betrieb erhalten bleiben.

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