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Machen Online-Lernangebote Präsenzschulungen zukünftig überflüssig?

Präsenzschulungen sind seit Jahrzehnten als Schulungsform etabliert. Durch die zunehmende Digitalisierung aller erdenklichen Bereiche wird allerdings auch die Bedeutung einer Präsenzschulung als Schulungsform erster Wahl zunehmend in Frage gestellt. Die durch die Pandemie bedingten Entwicklungen verstärken diese Tendenz aktuell zusätzlich. Verschiedenste Formen von Unterricht - angefangen beim Schulunterricht bis hin zum Yoga-Kurs - wurden auf eine Online-Version umgestellt und vielerorts hat sich herausgestellt: Es geht auch so. Oder bestenfalls: So geht es sogar noch besser. Angesichts dieser neuen Erfahrungen kommt unweigerlich die Frage auf: Machen Online-Lernangebote Präsenzschulungen zukünftig überflüssig?

E-Learning-Angebote bieten zweifelsohne zahlreiche Vorteile, die inzwischen auch dort geschätzt werden, wo man auf Online-Schulungen wegen Kontaktbeschränkungen lediglich mangels Alternative umgestiegen ist. Andreas Rinnhofer, Gründer der Lernplattform Spedifort, erkannte das Potenzial von digitalen Lösungen für die Optimierung der Mitarbeiterschulung bereits während seiner Tätigkeit als Speditionsleiter. Als Verantwortlicher für die Einarbeitung von in der Branche dringend benötigten Quereinsteigern entwickelte er mit Spedifort eine skalierbare Möglichkeit, um branchenfremde Neulinge fit für ihren Berufsalltag im Speditionswesen zu machen. 

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Spedifort als Schulungsinstrument für die Speditionsbranche

Auch Fahrer von Logistikunternehmen können mithilfe des E-Learning-Tools Spedifort auf einem aktuellen Informationsstand gehalten werden, ohne dass es einer umfangreichen Planung und Organisation im Vorfeld bedarf. Denn mit dem System sind sie zeitlich sowie räumlich flexibel, sofern sie über Internetzugang verfügen.

Berufsbedingt sind Fahrer ständig unterwegs und es ist schwierig, einen für alle passenden Termin für eine Präsenzschulung zu organisieren. Hinzu kommt der Aufwand für die Buchung eines Schulungsraums sowie eines Trainers. In der Praxis ist es fast unmöglich, Schulungsveranstaltungen regelmäßig in dieser Form durchzuführen. Irgendjemand ist immer verhindert und häufig kommen Fahrer auch aus verschiedenen Ländern, so dass sie fremdsprachiges Schulungsmaterial sowie einen Trainer benötigen, der sprachlich vielseitig ist.

Mit der Einbindung einer elektronischen Lösung in die Mitarbeiterschulung sind Sprachbarrieren viel einfacher abzubauen, indem fremdsprachige Kursversionen lediglich per Klick individuell dem Bedarf des jeweiligen Mitarbeiters entsprechend zugewiesen werden können. So können Fahrer zu einem für sie passenden Zeitpunkt Online-Schulungsangebote nutzen, die in mehreren Sprachen zur Verfügung stehen. Damit spart sich das Unternehmen den Organisationsaufwand sowie die Kosten für die Miete eines Schulungsraums und löst gleichzeitig bestehende Sprachprobleme.

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Konkurrenz der Schulungsformen?

Trotz der zahlreichen Vorzüge von digitalisierter Wissensvermittlung, von denen übrigens nicht nur die Speditionsbranche profitiert, bedeutet das allerdings perspektivisch nicht das Todesurteil für Präsenzveranstaltungen! Auch wenn Letztere in Sachen Flexibilität - sei es örtlich, zeitlich, sprachlich oder individuell gesehen - nicht mithalten können, sind für manche Schulungsthemen trainergeführte Lernangebote unumgänglich, wie beispielsweise in der Fahrschule.

Ein Mix aus beiden Schulungsformen bringt hier wohl den größten Nutzen. Der theoretische Teil könnte als E-Learning-Kurs angeboten werden. Einen Fahrlehrer allerdings kann das System nicht ersetzen. Das trifft generell auf alle zu vermittelnden Inhalte zu, die sehr praxisbezogen sind und bei denen der Trainer nicht nur etwas zeigen, sondern auch kontrollieren muss, ob der Geschulte tatsächlich das eben Erlernte praktisch ausführen kann.

Ein weiterer Vorteil einer Präsenzschulung ist, dass man Zwischenfragen an den Trainer stellen und sich mit anderen Teilnehmern austauschen kann. Sie können unter Umständen aus ihrer Praxiserfahrung von Beispielen und Situationen berichten, die sich auf das Schulungsthema beziehen. Im Rahmen einer Online-Schulung hingegen sitzt der Teilnehmer allein vor dem Programm und erhält möglicherweise nicht auf alle seine Fragen sofort Antworten.

Fragt man Schulkinder, wie sie die Zeit des Homeschoolings empfunden haben, antworten viele, dass sie ihre Schulkameraden vermisst haben und es viel Disziplin erfordert, um annähernd so viel Lernpensum wie vor Ort in der Schule zu schaffen. Erwachsenen Schülern fällt das sicherlich nicht so schwer, denn ihnen ist meist stärker bewusst, dass und warum sie an den Schulungen teilnehmen. Dennoch ist der soziale Aspekt nicht ganz zu verachten.

Auf Präsenzschulungen wird man also wohl auch in Zukunft nicht vollkommen verzichten können, aber sie werden in Teilen zunehmend von Online-Lernangeboten abgelöst werden.  

 

 

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